Im Jänner hat ein angebliches Zitat von Facebook Gründer Mark Zuckerberg für ziemliches Medienecho gesorgt. Zuckerberg soll das Ende der Privatsphäre verkündet haben, Facebook passe sich mit seiner Plattform einfach der gesellschaftlichen Realität an.

Was meint Mark Zuckerberg wirklich? In einem Interview argumentierte er die lascheren Einstellungen zur Privatsphäre mit dem Argument, dass dies den gesellschaftlichen Trend wiedergebe. Konkret ging es dabei um die im Dezember geänderten Datenschutzeinstellungen von Facebook. Diese, für viele unbemerkte Veränderung bedeutete für viele Facebook Mitglieder eine Zwangsentblößung bis dahin privater Details: Einige der Nutzerdaten behandelt Facebook nun grundsätzlich als öffentliche Informationen. Name, Profilbild, Geschlecht, Wohnort, die Liste der eigenen Facebook-Kontakte, Zugehörigkeit zu Netzwerken und Fan-Seiten können von einem selbst nicht mehr eingeschränkt werden, jeder (auch Firmen) kann sie sehen und nutzen.

Ich wage die Behauptung, dass Zuckerberg in gewissem Umfang recht hat. Was Menschen als privat betrachten, was sie freiwillig ins Internet stellen, ist in den letzten Jahren einer dramatischen gesellschaftlichen Veränderung unterworfen worden. Niemand wird ja gezwungen Facebook zu nutzen. Andererseits muß nicht jede Veränderung grundsätzlich gutgeheißen werden, vor allem gilt es zu berücksichtigen, dass viele Menschen sich einfach nicht darüber im klaren sind, welche Auswirkungen es haben kann, wenn sie peinliche Details ihres Privatlebens ins Web stellen. Das Internet „vergisst“ nichts!

Für mich bleibt eigentlich nur die Schlussfolgerung, dass es gerade wegen Facebook zu einer vermehrten Bewusstseinsbildung in Bezug auf den Datenschutz bei den Nutzern kommen muss. Wobei diese Achtsamkeit natürlich auch für die Nutzung anderen Internetdienste, insbesondere Social-Media Plattformen, erforderlich ist.

Hier kann man seine Privacy Einstellungen auf Facebook einstellen.

Webtipps: Facebook Privacy NOW, Facebook Stop invading my Privacy