Mira Kadric ist Ao. Universitätsprofessorin und Studienprogrammleiterin am Zentrum für Translationswissenschaft der Universität Wien. Sie kam in den 1980er-Jahren aus Jugoslawien nach Wien. Von ihr stammt ein absolut zutreffender Kommentar in der Tageszeitung Standard vor einigen Tagen, dessen Kernaussage ich nur unterstreichen kann:

Das Hochstilisieren von Migration und Asyl zur zentralen gesellschaftlichen Problematik verdeckt die wahren Gefahren Korruption und Wirtschaftsverbrechen. Die staatliche Unterstützung der Banken, die Anschaffung der Eurofighter – beides hat ein Hundertfaches dessen verschlungen, was die Integration von Asylwerbenden und Zugewanderten kostet. Die pathologische Fixierung auf Asyl und Fremdenrecht verstellt den Blick auf die zentralen Herausforderungen der Zeit wie etwa die Bildungspolitik. Bildung ist nicht nur der Schlüssel für die wirtschaftliche Zukunft, sondern führt zugleich zur raschen Integration Zugewanderter. Und nebenbei: Sie ist die beste gesellschaftliche Versicherung gegen Rechtsextremismus.

Die „alteingesessenen“ Einwohner in Österreich werden die Zukunft unseres Landes nicht alleine tragen können, die viel zu geringe Geburtenrate von 1,3 Kinder kann mittelfristig beispielsweise unser Pensionssystem gar nicht finanzieren. Österreich braucht Zuwanderung, aber nicht durch Negativselektion sondern durch Angebote an Leistungsträger und gut ausgebildete Kräfte.