Auf dieser Website habe ich eine geniale Beschreibung des Begriffs Populismus gefunden, welche ich an dieser Stelle sehr gerne wiedergebe:

Du hast Zahnschmerzen. Du gehst zum Zahnarzt. Wenn dieser Populist ist, so wird er dir sagen: “Ja, du hast Zahnschmerzen! Ich fühle mit dir, und hunderte andere auch! Dagegen müssen wir etwas tun! Zusammen! Wir alle! Mit einer medienwirksamen Aktion … wir könnten demonstrieren, eine Volksinitiative ergreiffen und Unterschriften sammeln! Dann kommen wir ins Fernsehen und alle Welt weiss, wir haben Zahnschmerzen! Bestimmt findet sich eine grosse Tageszeitung, welche dann mit 10 Zentimeter grossen Buchstaben auf der Titelseite schreibt: “Skandal! Die Zahnschmerzen müssen weg!” Und irgendwann muss sich die Regierung mit dem Thema befassen. Oder gar Politiker zurücktreten! Und dann werden wir eine neue Partei gründen und in die Regierung einziehen! …”

Genau so funktioniert Populismus … Zahnschmerzen? Natürlich gehen die nicht weg davon, aber du bist nicht alleine…

Wikipedia hat natürlich eine wesentlich trockenere Erklärung, die den Begriff Populismus aber noch präziser beschreibt:

Populismus (v. lat.: populus = Volk) bezeichnet eine um „Volksnähe“ bemühte Politik, die Unzufriedenheit, Ängste und aktuelle Konflikte für ihre Zwecke instrumentalisiert, an Instinkte appelliert und einfache Lösungen propagiert, wobei verantwortungsethische Gesichtspunkte und Aspekte der praktischen Realisierbarkeit weitgehend ausser Acht gelassen werden. Populistische Bewegungen entstehen in Phasen raschen gesellschaftlichen Wandels und sind häufig an eine charismatische Persönlichkeit gebunden.

Als Populismus werden auch bestimmte Mobilisierungs- und Konsenssicherungsstrategien politischer Eliten sowie einzelner Führungspersonen bezeichnet. Zentraler Bestandteil solcher Strategien ist die Proklamation politisch relevanter Gewissheiten, existentieller Befindlichkeiten und Selbstverständlichkeiten oder „Wahrheiten“ nationaler, moralischer oder ökonomischer Art, wobei unterstellt wird, dass sie im Alltagsbewußtsein der Bevölkerungsmehrheit vorliegen und daher einer rationalen Erörterung und Begründung nicht bedürfen.

Daneben definieren einige Politikwissenschaftler Populismus nicht als eine Form der Politik, die mit unrealistischen, aber populären Versprechungen versucht, kurzfristig ein Maximum an Wählerstimmen zu mobilisieren, da diese eher als Opportunismus zu definieren sei. Ebenso wenig habe Populismus mit dem Wunsch nach kurzfristiger Popularität zu tun, sondern sei vielmehr von dem Wunsch geprägt, dauerhaft eine bestimmte Konfliktlinie im politischen Feld zu etablieren.

Zielgruppe des Populismus sind in der Regel soziale Schichten und gesellschaftliche Gruppen, die sich durch die bestehende gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Ordnung oder ihre Entwicklung benachteiligt sehen.

Es geht also nicht nur um kurzfristige Erfolge, sondern darum einen ständigen Konflikt (mit wem auch immer) aufrecht zu erhalten (sinngemäß „wir waren immer schon dafür, dass wir dagegen sind“). So sollte Politik nicht betrieben werden, genau dieser Konflikt führt (zu Recht) zu Politikverdrossenheit.